Das München-Attentat: Statements im ZDF, Sendung “Frontal 21″ (7. November 2017)

Politik | Frontal 21

-Das München-Attentat

Was wusste der Waffenhändler Philipp K. von den Anschlagsplänen des Attentäters David Sonboly, der im Juli 2016 am Münchener Olympia-Einkaufszentrum neun, vor allem junge Menschen mit Migrationshintergrund erschossen hat?

Frontal 21 geht der Frage nach, ob das München-Attentat der Amoklauf eines psychisch kranken Täters oder ein rechter Terroranschlag war – und was der angeklagte Waffenhändler vor der Tat wusste.

Manuskript Beitrag: Das München-Attentat – Amoklauf oder rechter Terror? Sendung vom 7. November 2017 von Jutta Sonnewald Anmoderation: Es waren Stunden voller Angst, Verunsicherung und Tod. An jenem Abend des 22. Juli 2016 fallen vor einem Einkaufzentrum in München Schüsse. In den sozialen Netzwerken überschlagen sich die Gerüchte. Von mehreren Schießereien ist die Rede, von einem islamistischen Anschlag, so wie in Paris. Millionen verfolgen die Live-Bilder im Fernsehen, auch im ZDF. Später, lange nach den Breaking News, Hashtags, Tweets und Posts, wird deutlich, der Täter war kein Islamist. Und – das zeigen Gutachten erst jetzt, über ein Jahr nach der Bluttat – es gibt einen rechtsextremistischen Hintergrund. Jutta Sonnewald über die Nacht von München, die immer noch der Einordnung bedarf.

Die Tat sei kein Amoklauf gewesen, sagt der Politikwissenschaftler Florian Hartleb, sondern eindeutig ein politisches Hassverbrechen. Der Attentäter habe sich gezielt seine Opfer ausgesucht, allesamt mit Migrationshintergrund.

O-Ton Florian Hartleb, Politikwissenschaftler: Der Täter ist meines Erachtens als Rechtsterrorist zu werten und eben nicht als Amokläufer, weil er eben ganz geplant hier vorgegangen ist. Über ein Jahr dieses Ziel hatte, hier sein Vaterland – wie er es bezeichnet – München zu befreien. Und deswegen ist er, der am fünften Jahrestag nach dem norwegischen Rechtsterroristen Breivik gehandelt hat, auch als Rechtsterrorist und als Nachahmungstäter zu werten.

O-Ton Florian Hartleb, Politikwissenschaftler: Was auffällig ist, dass es eben längere Treffen waren – also, nicht nur gerade zweimal fünf Minuten. Und deswegen liegt es nahe, dass sich beide über ihre rechtsextremistische Gesinnung ausgetauscht haben.

Link: 

https://www.zdf.de/politik/frontal-21/frontal-21-vom-7-november-2017-100.html