Statements in der Titelgeschichte zum “Globalisierten Rechtsextremismus” des Spiegel-Magazins (Nr. 13/2019)

In der Titelgeschichte des Spiegel-Magazins (Nr. 13/2019) zum “Globalisierten Rechtsterrorismus” bin ich mit Stateemnts zu finden: 

Titelbild

Hier die Auszüge mit meinen Stellungnahmen: 

Der Rechtsextremismusforscher Florian Hartleb ist sich sicher: „Eine solche Tat hätte auch in Deutschland, Österreich oder Schweden passieren können.“ Schließlich beziehe sich der Attentäter stark auf den Verschwörungsdiskurs der Rechten in Europa. Und schließlich gibt es auch in Deutschland eine rechte Netzkultur, die eine Tat wie die des Australiers hemmungslos bejubelt …

Für Wissenschaftler Hartleb fehlt in Deutschland die angemessene Aufmerksamkeit für dieses Phänomen. Das fange schon bei den Behörden an. In seinem Buch „Einsame Wölfe« schreibt Hartleb: Gewalttaten gegen Muslime würden anders behandelt als Gewalttaten von Muslimen: »Während bei islamistischen Tätern die Ideologie als zentraler Erklärungsansatz gilt, wird bei rechten Tätern die rassistische Gesinnung oft als Nebenaspekt abgetan.«

Auch bei David Sonboly, dem Attentäter vom Münchner  Olympiaeinkaufszentrum, bewerteten die Behörden die rassistischen Einstellung als nachrangig. Das Motiv für die Morde des psychisch auffälligen 18-Jährigen, so sah es die Polizei, sei Rache gewesen, für jahrelanges Mobbing in der Schule. Erst später stellten mehrere Gutachter der Stadt München diese einseitige These in Frage. Für sie war die Tat ein Hassverbrechen. Auch Florian Hartleb gehörte zu diesen Gutachtern.

Eine der Chatgruppen auf „Steam“ hieß „Anti-Refugee Club“, Sonboly schrieb sich darin unter anderem mit William Atchison aus dem US-Bundessstaat New Mexico. Das Symbolbild der Gruppe war das eines Kreuzritters. Nach dem Attentat, bei dem Sonboly starb, hielt sein Chatpartner aus den USA das Andenken hoch. In einer Art Ahnengalerie erhielt der Münchner Attentäter posthum den Ehrentitel „Kebab-Entferner“. Ende 2017 tötete Sonbolys Chatpartner an einer Highschool zwei Schüler mit lateinamerikanischen Wurzeln tötete. Extremismusforscher Florian Hartleb, der die Verbindung zu dem Attentäter in den USA bei einer Buchrecherche entdeckte, spricht seitdem von „weltumspannenden virtuellen Terrornetzwerken“.